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OANA P. VAINER

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A WHITE SPOT II

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The project " A white spot II " can be seen as a continuation of the first part. This dealt with the friendship of a group of friends in Romania in the second half of the 70s. After more than 30 years, they met again in the same formation.
The current situation in Europe regarding the political and economic contrasts in Romania and Germany and the open questions about my own identity set the beginning to reconstruct a personal story.
A story like many other, typical of that time, yet personally. Despite the large archive of 2000 personal Dias it was never told.

The socialist Romania in the 80s. The controlled company is omnipresent. White spots in this surveillance apparatus are rare. Communication takes place in symbols and in the " free " nature. A group of friends in these years leaves their homes and comes 30 years later for the first time in a neutral geographical place (for them, in that given time) together, in Austria, to go skiing. Everyone brings a few slides. They look at it for the very first time together, parts of the memory to be reactivated after a long time. The meeting and the reflections of the participants were recorded and then archived and alienated. The conversations were transcribed and used as subtitles.

In the second part of the work I have accepted a challenge. As a thank you for the borrowed slides I had taken on a task. " Buy german beech trees, put them in the showroom at the Institut Francais in Stuttgart and plant them afterwards in one of the last primeval forests of Europe, in Romania. They are the living equivalent of the photographed nature (in the projected slides) that is in many places no longer recognizable today."
In this case, the exhibition space form a carrier of information, getting a new destination when the period of exhibition ends .

Illegal deforestation is a major problem in Romania, where one of the last European primeval forest stands. About four million cubic meters of wood, the government estimates, are taken illegally each year. Every hour disappear in Romania an average of three hectares of forest, shows a study by Greenpeace. And nowhere is the situation more serious than in Bukovina, reported the officials at the end of the last year. In Germany and Austria they are sold as laminate, briquettes or pellets .

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Als weißen Fleck bezeichnet man umgangssprachlich ein unbekanntes, unerforschtes, nicht erschlossenes Gebiet (vgl. auch Terra incognita). Es handelt sich hier um die verkürzte Form der Redewendung ein weißer Fleck auf der Landkarte. Der Weiße Fleck wird gerne als Metapher für ein unbekanntes Wissensgebiet verwendet.

Das Projekt „A white spot II“ ist als Fortsetzung des ersten Teils zu sehen. Dieser beschäftigte sich mit der Freundschaft einer Gruppe Gleichaltriger in Rumänien in der zweiten Hälfte der 70er Jahre. Nach mehr als 30 Jahren trafen sie sich in der gleichen Zusammensetzung wieder.
Die aktuelle Lage in Europa mit den politischen und wirtschaftlichen Kontrasten in Rumänien und Deutschland und die offenen Fragen zu meiner eigenen Identität stellten den Anfang zur Rekonstruktion einer persönlichen Geschichte dar.
Eine Geschichte wie viele, typisch für die damalige Zeit und doch persönlich. Trotz des großen Archivs von 2000 persönlichen Dias wurde sie nie erzählt. Mir wurde die Gelegenheit gegeben, dies nachzuholen.
Das sozialistische Rumänien in den 80er Jahren. Die kontrollierte Gesellschaft ist allgegenwärtig. Weiße Flecken in diesem Überwachungsapparat sind selten. Kommunikation findet in Symbolen und in der "freien" Natur statt. Eine Gruppe von Freunde verlässt in diesen Jahren ihre Heimat und kommt 30 Jahre später  zum ersten mal wieder in der freien Natur zusammen, in Österreich, um Ski zu fahren. Jeder bringt ein paar Dias mit sich. Sie werden nun zum aller ersten Mal zusammen angeschaut, Teile des Gedächtnis werden nach lange Zeit reaktiviert. Das Treffen und die Reflexionen der Teilnehmer wurden aufgezeichnet und anschließend archiviert sowie verfremdet. Die Gespräche wurden transkribiert und als Untertitel verwendet.

Den zweiten Teil der Arbeit habe ich als Herausforderung angenommen. Als Salär für die zur Verfügung gestellten Dias hatte ich eine Aufgabe übernommen. „Kaufe deutsche Buchen, bringe sie in den Ausstellungsraum am Institut Francais in Stuttgart und pflanze sie anschließend in einem der letzten Urwälder Europas, in Rumänien, ein. Sie sind das lebendige Pendant zur abfotografierten Natur ( in den projizierten Dias), die heute an vielen Stellen nicht mehr wieder zu erkennen ist."  
In diesem Fall wird der Ausstellungsraum zum Träger von Informationen, die einen neuen Zielort bekommen, wenn die Ausstellungszeit endet.
Rotbuchen wurden in der Baumschule Häussermann gekauft. Während der Ausstellung werden sie sorgfältig in der Installation "A White Spot II" integriert. Hier ist ihr Wartezimmer bis sie nach Rumänien transportiert und Wald eingepflanzt werden.

Illegale Rodung ist ein großes Problem in Rumänien, wo auch einer der letzten europäischen Urwälder steht. Etwa vier Millionen Kubikmeter Holz, schätzt die Regierung, werden pro Jahr rechtswidrig entnommen. Jede Stunde verschwinden in Rumänien durchschnittlich drei Hektar Wald, zeigt eine Studie von Greenpeace. Und nirgendwo sei die Situation gravierender als im Bukowina, berichteten die Beamten Ende letzten Jahres. In Deutschland und Österreich werden sie als Laminat, Briketts oder Pellets verkauft.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Zeichnungen

   
  Die Zeichnungen folgen der Regel einer nicht sichtbaren Zugehörigkeit. Die dargestellten Äste der Rotbuchen wurden von den Bäumen, nachdem diese von Deutschland in einem der rumänischen Urwälder umgepflanzt wurden, als Identifikationsmerkmal abgeschnitten.
   
   
   
   
   
© OANA P. VAINER 2016